Aschendorfer Mentalität: Kiene Bangbüxen!

Herbstfest 2018 stand auf der Kippe

Das erste Herbst-Wochenende hatte es in sich. Die Wettervorhersagen verhießen Sturm und Dauerregen. Mithin kein Wetter für Freiluftveranstaltungen. In der Wochenendausgabe der Tageszeitung las man Absagen für Veranstaltungen in der Stadt.

Die Frage der Veranstaltungsabsage stellte sich auch für den Aschendorfer Heimat- und Bürgerverein hinsichtlich seines für den Sonntag geplanten Herbstfestes, für das in der Hoffnung auf gute Wetterbedingungen bereits viele Vorbereitungen getroffen waren. In einer ersten Lagebesprechung am Freitag entschieden sich die Vereinsverantwortlichen wegen der Sturmgefahr gegen den vorgesehenen Aufbau eines Zeltes.

In einer weiteren Lagebesprechung am Samstagmorgen fiel dann nach Risikoabwägung und dem als verlässlich und erprobt eingestuften Bauchgefühl entgegen dem allgemeinen Trend die Entscheidung, das Herbstfest doch durchzuführen. Insbesondere sollte die durch Plakat-und Handzettelwerbung angefachte Vorfreude der Kinder auf die erst im Vorjahr (auch) als Kirmesersatz neu ins Leben gerufene Veranstaltung nicht enttäuscht werden.

Um den Besuchern trotz des wegfallenden Zeltes das gewohnte Ambiente bei Kaffee und Kuchen und allerhand Sehenswertem bieten zu können, wurde kurzerhand die landwirtschaftliche Scheune des Heimathofs in die Veranstaltung einbezogen. Sie bot, wie sich überraschend herausstellte,  ein ideales Ambiente u. a. für eine Bilderausstellung heimischer Künstlerinnen, eine hochinteressante Präsentation und Vorführung von Stirlingmotoren (Wärmekraftmaschinen) eines Modellbauers, eine Schätzaktion zur Ermittlung des Gewichts eines stattlichen Kürbisses und  zudem sechzig weitere Sitzplätze für Kaffeegäste.

Die Entscheidung zur Durchführung des Festes erwies sich als glücklich getroffen. Das Wetter zeigte sich am Sonntag zwar regengeprägt, aber ohne gefahrvolle Kapriolen. Die Besucher waren ob der positiven, gleichwohl risikobehafteten Entscheidung erfreut, bedankten sich durch Worte und hohe Teilnehmerzahlen und honorierten so das Engagement des Vorbereitungsteams und der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, auf die der Verein mit Recht stolz sein kann.

Die Kinder kamen bei  modernen Feuerwehrfahrzeugen von heute und betagten landwirtschaftlichen Maschinen von gestern, bei Stockbrotbacken und frischen Waffeln, Kälbchenstreicheln, Ponyreiten, Nistkastenbau und allerlei anderen interessanten Dingen auf ihre Kosten und dachten nicht ans Wetter. Auch die Erwachsenen hatten und nutzten die Gelegenheit, den Nachmittag an Ausstellungsständen verschiedenster Art kurzweilig und unterhaltsam zu verbringen, Anregungen auf- und mitzunehmen und es sich bei allerhand leckeren Dingen gut gehen zu lassen. Auch sie vergaßen innen das Wetter außen.

   

Angsthasen (hochdeutsche Übersetzung von Bangbüxen) sind sie nicht, die Aschendorfer, aber anpackend: „Wi willt, wi koent, wie daut“! Eben Aschendorfer Lebensart.

Hans-U. Feller

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