Handwerkerhaus 1

Handwerkerhaus 1


Stellmacher-Wagenbauer

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Ackerwagen, Kutschen, Karren und weitere landwirt schaftliche Arbeitsgeräte wie Pflüge, Eggen, Schubkarren usw. fertigte der Stellmacher. Sein hauptsächliches Arbeitsmaterial war Holz. Die Berufsbezeichnung leitet sich von den Gestellen der Pflüge und Wagen ab. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert erlebte dieser alte Handwerksberuf seine Blütezeit. Im Zuge der Industrialisierung verdräng ten dann zunehmend Landmaschinenfabriken und die gummibereiften Motorfahrzeuge aus Metall sehr schnell die traditionellen Holzkonstruktionen. Einige Betriebe schafften die Umstellung auf den Karosseriebau für Auto hersteller. Das Aufkommen der Eisenbahn in der 2. Häifte des 19. Jh. und der damit einhergehende Rückgang imi Kutschenbau sowie die zunehmende Fließbandfertigung ließen die Bedeutung des Stellmacherhandwerks noch weiter sinken. Heute gehört der Stellmacher zu den aus gestorbenen Berufen. In unserer Original-Stellmacherel, die seit 1910 über mehrere Generationen im Familienbesitz Doesken war, sind über 100 Jahre alte Gerätschaften und Maschinen und ganz besonders eine lautstarke Transmissionsanlage zu bewundern, we sie damals zum Antrieb der Maschinen üblich war. Heute werden hier noch in weitgehender Handarbeit Holzharken und Stiele für Forken, Spaten, Schaufeln, Sensen, Axte, Beile und Hämmer hergestellt. Die letzten Stellmachereibetriebe in Aschendorf waren bist in die 1970er Jahre neben Johann (Hans) Doesken: (Emdener Straße) die Betriebe Lübke Wotte (Windthorst straße) und Albert Pieper (Klosterstraße). Legendär und im lokalen Umfeld sehr bekannt ist, dass der letzte Inhaber des Traditionsbetriebs Hans Doesken (1928) 2020), der noch im hohen Alter bis kurz vor seinem Tod hier tätig war, die von ihm für gut befundenen Erzeugnisse dieser Werkstatt mit einem Stanzzeichen HD kenn zeichnete, was Kunden als besonderes Qualitätsmerkmal wahrnahmen.


Holzverarbeitende Handwerke

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Die Bedeutung des Holzes spiegelt sich in der großen Zahl von Handwerken wider, die sich mit der Herstellung von hölzernem Hab und Gut befassten bzw. heute noch befassen: Stellmacher, Drechsler, Holz schuhmacher, Böttcher, Tischler, Zim merer, Schiffszimmerer etc. In den Handwerkerhäusem I und II zeigen wir viele benötigte Handwerkzeuge und auch früher gebräuchliche Maschinen, die z. T. handwerksübergreifend genutzt werden. Jedes Handwerk verfügte aber auch über berufsspezielle Werkzeuge und Geräte, wie in den ausgestellten Beispielen deutlich wird. Stellmacher z. B. benötigen meistens schwerere und größere Werkzeuge als Tischler, bei denen dafür die Vielzahl verschiedener Hobel (Zug-, Nut-, Sims-,Hohlkehl-, Stab-, Grat, Rund-, Schlichthobel, Rauh- und Plattbank u.a.) überrascht, die jeweils einem spezifischen Verwendungszweck dienen. Beim Holzschuhmacher fallen sofort die vielen. unterschiedlichen Löffelbohrer ins Auge. Zum Zimmerer gibt es das Original NAUKE-Gerät von 1889 zu bewundern, ein Brett- bzw. Dielenspanner/-presser, sowie die ehemals gebräuchlichen Zweimann-Baumsägen (Schrot-und Zugsägen). Der Schiffszimmermann verwahrte sein Werkzeug in der ausgestellten Schiffszimmermannskiste. Sie enthält neben zahlreichen Hobeln, Stechbeiteln, Sägen und Bohrern auch eine Gliederschmiege, wie sie zum Übertragen der Schiffsrundung vom Riss auf die Schiffswand benötigt wurde.


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