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Aktion „Use moje Platt“ – und der HBV macht mit!

DSC_7017Der „plattdütske Sönndagnömmedach“, den der HBV am 22. Mai 2016 auf dem Aschendorfer Heimathof ausrichtete, war ein gelungener Beitrag zum „Plattdeutschen Jahr 2016“, das unter dem Motto „Use moje Platt“ steht.

Wie HBV-Chef Gerd Harpel und der stv. Vereinsvorsitzende Hans-Ulrich Feller in einer Nachbesprechung verlauten ließen, zollen sie allen Helferinnen und Helfern herzlichen Dank für die Vorbereitung und Durchführung und den zahlreichen Besuchern Dank für das lebhafte Interesse an der Veranstaltung. Besonderes Lob verdienen auch die vielen fleißigen Kuchenbäckerinnen, die das Kuchenbuffet mit tollen Backleistungen bereicherten und so zu einem Erlebnis auch  für den verwöhnten Gaumen machten.

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IMG_5238Das Programm für den Nachmittag hatte weitgehend die Plattprooter-Gruppe des Vereins unter Angela Klaßen gestaltet, und die Gästebewirtung lag in Händen von Anni Eiken. Spiel, Spaß und Unterhaltung sorgten für Abwechslung und fanden bei Jung und Alt Anklang. Kinderspiele aus früherer Zeit lebten mit Hildegard Gerdes wieder auf und hielten die kleinen Besucher und ein plattdeutsches Familienquiz auch manche ihrer Eltern in Atem.

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Ein in Bestzustand präsentierter 65 Jahre alter ALLGAIER-Trecker brachte vornehmlich Jungs, aber oft auch deren Väter zum Staunen.

DSC_7022Die offenen Werkstätten des Stellmachers, des Holzschuhmachers und des Drechslers weckten die Neugierde vieler Besucher an alten Handwerkstechniken. Mit zwei in der „Kolden Stoave“ (Wohnzimmer) des Heimathauses vorgetragenen kurzweiligen Lesungen aus seinem neuen Buch „hüügen un haefst“ zog indes der plattdeutsche Autor Hermann May aus Meppen seine Zuhörerinnen und Zuhörer in den Bann. Dabei gelang es dem Autor, einen Bogen zwischen eher nachdenklichen und andererseits feinsinnig lustigen Texten zu Begebenheiten aus dem täglichen Leben zu spannen, virtuos vorgetragen mit der unnachahmlichen Aussagekraft eines gekonnt gesprochenen Platt in Hümmlinger Mundart.

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Ortsbürgermeister Friedhelm Führs und der ehemalige Papenburger Bürgermeister Ulli Nehe fanden ebenfalls Zeit für einen Besuch der Veranstaltung. Nehe als Mitglied des Arbeitskreises Plattdeutsch im Heimatverein Papenburg e. V. nutzte seinen Besuch auch, um die vom Arbeitskreis herausgegebene CD „Use moije Platt“ mit „Vertellsels van hier“ vorzustellen. Zu den Sprecherinnen und Sprechern auf der CD gehören geübte und zumeist ortsbekannte Plattdeutschfreunde. Führs oblag es später, zusammen mit Gerd Harpel und einem als Glücksgöttin fungierenden kleinen Mädchen, die Preisverleihung an die Gewinner des plattdeutschen Familienquiz vorzunehmen.

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Auf der Tennenbühne sorgten die überraschend stark vertretene Volksliedergruppe und zwei von Maria Leffers und Hermann Schulte gekonnt in Szene gesetzte plattdeutsche Theatersketche für Stimmung, und  Sänger wie Schauspielakteure erhielten viel und verdienten Beifall für die unterhaltsame Bereicherung der Kaffeetafel.

DSC_7041Und für den abendlichen Hunger zu Hause wappnete sich manche Familie mit einem frischen Brot aus dem Steinofen des Backhauses. Leider konnte das Backteam dabei der starken Nachfrage nicht ganz gerecht werden, weil die Leistungsgrenze des Backofens erreicht war. Aber ein nächster Backtag kommt bestimmt!

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Als hätte es so sein sollen, stand der Nachmittag trotz ungünstiger Vorhersagen auch wettermäßig unter einem guten Stern. Ein gegen 18.00 Uhr niedergehender, kräftiger Regenschauer konnte der Veranstaltung nichts mehr anhaben. Fazit: Dat was en richtig mojen Sönndagnömmedach up’n Askendörper Heimathoff!

Hans-U. Feller

Mit den Nachtwächter unnerwängs

Letztens was ick mit den Nachtwächter in Askendörp unnerwängs. Oabends üm 8 Uhr güng dat los. Treffen was bi de Amanduskärke.

Dor wachtete de Nachtwächter all up us: Licht tau erkennen in sin langet Gewand un den groten schwatten Haut, mit dat Nachthorn inne Hand un mit de Hellebarde bewaffnet.

Un dann güng dat ok all los: Tauerst güng dat üm use olle Amanduskaerke. De is ja nu all öwer dusend Joahr old un ein wichtiget Denkmol in use Stadt.

Öwer den ollen Maerkplatz güng dat in de Kolpingstroate. Man kann sück nich vörstellen, wovull Handwerksbetriebe dat freuer hier in usen Ort gav. Up de ollen Fotos kann man sein, wo dicht gedrängt de Hüser freuer stünnen.

Dat is ja vandoage ein bitken anners.

Bin Altenkamp was natürlich masse tau vertellen. Vor allem de frömden Touristen wassen besünners interessiert. Den Park wullen se sück noch genauer innen Hellen bekieken.

Inne Michaeliskapelle un bit Kriegerdenkmoal  wött eine dat doch rein mulmig taumäute;  wat haeb wi ein Glück, dat wi de Kriege nich mitmoaken brukten. De Generation vör us is doch üm manches bedroagen wörden.

As wi nu fast bi use Hus vörbikamen, – wi wan bis nu all 1 1/2 Stunnen löpp- wull ik mi gern eben stillkes verabschieden, aber de Nachtwächter men, ik schull doch noch man eben wider mitgoan. Un dat haev sück lohnt: Heinrich Middendorf, Heimathof, ik künn ok hier noch ne Menge lern. Annen Kaerkhoff langes güng dat wer no de Amanduskaerke taurügge. So schlot sück de Kreis.

So wött man doch immer noch mehr tau’n Askendörper.

Angela Klaßen